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Statt Bergesruh, Muh und Du nur lautes Juhuu, Yapadu und Hulapalu

Stippvisite in Tirol/Österreich bescherte uns wunderbare Tage

Frühschoppen mit Volksfestcharakter am Bergstation-Restaurant in Ellmau

Ellmau in Tirol Wilder Kaiser/Österreich
Mit der Gondelbahn zum Ski-und Wanderparadies Wilder Kaiser hinauf

Eigentlich wollten wir unseren Kurzurlaub in Westendorf Tirol am Freitag, den 4. Oktober beenden und uns am Nachmittag auf den Heimweg begeben. Doch schon am Frühstückstisch ließen wir uns von der Herbergswirtin Birgit der Pension Lärchenbrunn überzeugen, dass es besser wäre, statt abzureisen, den Tag noch zu genießen. Der Wetterbericht hatte herrlichen Sonnenschein prognostiziert. Freundin Karin, die als Organisatorin unseres Tirol-Kurztrips fungierte,  hatte die Idee, mit der noch recht neuen Hartkaiser-Gondelbahn in Ellmau den Wilden Kaiser hochzufahren. Diese löste mit Ende der Skisaison 2015 die Standseilbahn ab, die 44 Jahre treue Dienste leistete. Gesagt, getan. Das Schweben über den Baumwipfeln mit Blick auf die Wanderwege und die gehfreudigen Bergsteiger, die Kuh-und Schafweiden sowie ganz besonders die Flora und Fauna war ein buchstäblich erhebendes Gefühl. Doch oben angekommen, war es auch schon vorbei mit der Idylle und vor allem mit der Ruhe. Kein Wunder, wo sollten sich die Insassen der auf dem Ellmauer Parkplatz stehenden 140 Busse auch verteilen. Wir hätten mit unserem neuen PKW beinahe kein Plätzchen mehr gefunden, sodass wir am Rand eines schmalen Zufahrtsgasse parken mussten. Dementsprechend hatten wir auch Angst um unser neues Auto. Zu schnell ist ein Kratzer im Lack und keiner will es gewesen sein.https://www.kriwuskrawus.de/knock-on-blog/tirol/

Beim grandiosen Panoramablick auf die wunderbare Gebirgswelt war alles gut

Ellmau Wilder Kaiser Tirol/Österreich
Oktoberfeststimmung am Bergkaiser-Panormarestaurant oberhalb Ellmau

Der Grund für den Volksauflauf auf dem Wilden Kaiser war der Musikherbst, der Anfang Oktober in Ellmau stattfand. "Volx-Tirol" - ein Musikduo spielte an diesem Vormittag zum Frühschoppen auf.

Keine Spur mehr von der besagten Stille, Ruhe und Abgeschiedenheit der Berge. Der Wilde Kaiser machte seinem Namen alle Ehre, denn das Herbstfest avancierte zu einem Event mit Oktoberfest-Charakter. Nicht mein Fall, aber die Geschmäcker sind eben verschieden. Auch für Kinder war neben frischer Bergluft so allerhand an altersgerechten Aktivität geboten, damit die weitverbreitete Langeweile erst gar nicht aufkommt. Mein Mann und ich, genauso unsere Freunde waren uns einig. Wir wollten dem Trubel so schnell wie möglich entkommen und machten uns auf, den Panoramaweg zu gehen.

Anfangs hielten wir uns noch an den diversen Schau-und Informationstafeln auf und wir genossen auf einer Bank den Rundumblick, zumal der herrliche Tag hierfür optimale Bedingungen bot. Auch entlang der leichten Route eröffnete sich uns ein herrlicher 360-Grad-Ausblick auf den Wilden Kaiser und ins Brixental sowie auf die Loferer und Leoganger Steinberge, die Hohen Tauern und die Zillertaler Alpen. Für die blühenden Alpenrosen waren wir ein wenig zu spät dran, denn die entfalten im Juni und Juli ihre ganze Pracht entlang dieses Panoramawegs am Hartkaiser, wo tausende wunderschöne Exemplare ihre Betrachter erfreuen.. Aber es war auch so interessant und wir entdeckten Blumen, die es auch in meiner Kinderzeit gab , aber die wir schon längst vergessen hatten, weil sie bei uns nicht mehr vorkommen. Die zahlreichen Wanderer, die so wie wir dem Remmidemmi an der Bergstation entkommen wollten, vierliefen sich allmählich immer mehr. Möglichkeiten hierfür gibt es genügend, in verschiedene Richtungen zu den diversen Almen auszuschwärmen. 

Letztendlich entschädigte uns der Wettergott, der es ausnehmend gut mit uns meinte und die wunderbare Bergkulisse einen unvergesslichen Tag, trotz des anfänglichen, für die Berge ungewohnten Trubels.

Der wilde Kaiser hat für jeden Geschmack und jedes Alter etwas zu bieten

Die Einkehr in der Tanzbodenalm war krönender Abschluss unserer Wanderung

Infotafel am Panoramaweg Wilder Kaiser
Infotafel am Panoramaweg Wilder Kaiser

Wir hatten uns ein Ziel vorgenommen und das war die Tanzbodenalm. Ich konnte mich kaum satt sehen an der faszinierenden Bergkulisse. Immer wieder legten wir einen Halt ein, um zu genießen und die Eindrücke im Gedächtnis abzuspeichern. Wir gelangten schließlich auf einen Platz, wo viele Schneekanonen parkten und auf ihren Einsatz warten, denn die Skifahrer stehen schon in den Startlöchern. Kurz danach kamen wir zum Tanzbodensee, der angelegt wurde, um auch in schneefreien Wintermonaten die Pisten für die Skifahrer zu präparieren. Plötzlich hörten wir zünftige Klänge von der Tanzbodenalm, die gut sichtbar oberhalb des künstlich angelegten Gewässers thront. Diese hatten uns dann doch beflügelt, die letzte ansteigende Wegstrecke zügig zu bewältigen. Als wenn sie sich für unser Missfallen über das laute Oktoberfest rächen hätten wollen, verstummten die Musikanten und zogen von dannen. Das war natürlich nur Zufall. Leider, denn diese Musik hätten wir gerne gehört. Das Essen, genauso Kaffee und Kuchen schmeckte aber trotzdem gut. Gut gestärkt traten wir den Rückweg zur Bergstation Hartkaiser an. Dort ließen wir die sich langsam zur Neige gehenden Sonnenstrahlen dieses herrlichen Tages auf uns einwirken und warteten auf die letzte Möglichkeit, dass uns die Bergbahn wieder nach unten beförderte. Bei einem guten Abendessen in einem gemütlichen Dorfgasthaus in Westendorf ließen wir den Tag ausklingen.