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Die Jugend im russischen Kriegsgefangenenlager eingebüßt

Bayern, Heimat, Tradition, Brauchtum - gestern, heute, morgen

Onkel Franz zog als 19-jähriger in den Krieg und kehrte mit 29 Jahren heim

Damals
Onkel Franz wurde mit 19 Jahren in den Kriegsdienst einberufen. Mit 29 Jahren kehrte er aus russischer Gefangenschaft zurück

"Jugendliche fühlen sich durch Corona stark belastet" so vermeldet die Bertelsmann-Stiftung das Ergebnis ihrer Studie am 23. März 2021. Die Pandemie habe bei jungen Menschen starke Spuren hinterlassen: Sie klagen über psychische Probleme, Vereinsamung und Zukunftsängste. Über ein Jahr ist es her, dass in Deutschland der erste Corona Fall aufgetreten ist. Statt ab und zu mal Freunde zu treffen oder mit seinesgleichen ausgelassen zu feiern und Spaß zu haben, heißt es im Homeschooling oder zwischendurch im Präsenzunterricht den Lehrstoff durchzupauken. Es ist einfach nur noch zermürbend und nervig. Man nennt sie bereits "die Corona-Generation".

 

Als Oma leide ich mit meinen vier Enkeln David, Romina, Julie und Emelie mit, denn man wünscht ihnen doch ein Leben, wie es Jugendlichen gebührt und ihrem Elan und Tatendrang entspricht. Dazu gehören Freiheiten und Lebensfreude. Leider können sie derzeit ihre freie Zeit nur daheim verbringen. 

 

Dennoch ist es mir gleichermaßen ein Anliegen, zu erwähnen, welche Tragik sich vor achtundachtzig Jahren anbahnte. Ein ideologischer Spinner namens Adolf Hitler mit seinen nationalsozialistischen Gefolgsratten, die seinen hirnrissigen Befehlen bedingungslos folgten, um Deutschland zur "Weltmacht" zu machen, zettelten 1933 den 2. Weltkrieg an.  Die Konsequenz war Angst und Schrecken, Tod und Leid. sowie unsäglich schlimme und traurige Einzelschicksale, insbesondere für die heranwachsende Generation, die ihr Leben noch vor sich hatte.  

Wenn ich nur an meinen Onkel Franz, dem jüngsten Bruder meiner Mutter, denke, dann beschleichen mich wehmütige Gedanken. Obwohl er selbst so gut wie gar nichts von seinen schlimmen Erlebnissen im Krieg erzählte, denke ich jetzt, wo ich ihn nicht mehr fragen kann,  über eine merkwürdige Karte nach, die er, fünf Jahre nachdem er "an die Front" abberufen wurde, mit nachfolgendem Wortlaut am 7. Dezember 1947 meiner Mama geschrieben hatte: "Liebe Schwester! Deine Karte erhalten, war ja nicht sehr erfreulich. Bin gesund, hoff dass bei dir dasselbe der Fall ist. Wünsche dir ein frohes Weihnachtsfest und glückliches 1948." Beim Lesen der Karte, die ich vor Kurzem in alten Dokumenten fand,  wunderte ich mich, warum er nicht ausführlicher beschrieb, wo er ist und was er macht. Aber wahrscheinlich war man über jegliches Lebenszeichen froh, denn die Lage in den Kriegsgebieten spitzte sich mehr und mehr zu. Inzwischen waren unzählige Tote und Verwundete zu beklagen. Viele Eltern haben ihre Söhne und viele Frauen ihre Männer an den unsinnigen Krieg verloren.

Diese doch recht unpersönliche Kurznachricht meines Onkels ließ mir keine Ruhe, bevor ich nicht herausgefunden habe, wo er gefangen gehalten wurde. Anhand den dürftigen deutschsprachigen Angaben auf der Karte wusste ich, dass er sie aus dem Lager 7740 in Russland entsandt hatte. Da ich leider der kyrillischen Schrift nicht mächtig binS, weiß ich leider nicht, ob der Wisch noch weitere Infos enthält.

Eine Postkarte mit vorgegebenen Text war alles, was die Familie erreichte

 

 

 

Ich habe nun viel Zeit investiert, um im Internet etwas darüber zu erfahren. Und siehe da, ich bin fündig geworden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn hat eine Broschüre der Kriegsgefangenenhilfe der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit Heimkehrer-Berichten  zusammen gestellt, um Licht ins Dunkel der Ungewissheit zu bringen.  Ich konnte herausfinden, dass es kaum möglich war, sich ein Bild vom Leben der Kriegsgefangenen zu machen, da die Nachrichten aus Russland, im Gegensatz derer in den westlichen Alliierten nur spärlich in Deutschland eintrafen. Und wenn, dann hatten sie übereinstimmende Texte mit folgendem Wortlaut: "Mir geht es sehr gut, wir werden gut behandelt. Macht Euch keine Sorgen um mich. Dem folgten Grüße und  damit waren die fünfundzwanzig Worte, welche auf die Karte geschrieben werden durften, schon erschöpft.

Somit war die spärliche Formulierung auf der Karte meines Onkels Franz erklärt. Der Wortlaut entsprach der Vorgabe und hielt der Zensur stand.

Die ersten Heimkehrer widerlegten dies und erzählten vom Gegenteil. Es sei furchtbar, menschenverachtend und grausam in diesen Lagern gewesen. Es muss ein Stich ins verzweifelte Herz jeder Mutter, jeder Frau, Schwester oder Brüder gewesen sein, die ihre Söhne, Männer oder Brüder dort in Gefangenschaft wussten und nichts tun zu können, als abzuwarten - wie auch immer der Ausgang war. 

 

Gemäß den Schilderungen zurückgekehrter russischer Kriegsgefangener sind die in Russland befindlichen Lager in drei folgende Bereiche aufgeteilt gewesen :

1000 bis 6050 umfasste Lazarett-Erholungs-und Schulungslager

6300 bis 6500 unterstand der Armee und arbeitete für diese

7000 bis 7061 dieser Gefangenen arbeiteten im Bergbau, Straßenbau, Landwirtschaft und Industrie. Erst vor Kurzem habe ich nun erfahren, dass sich das Kriegsgefangenenlager 7740, in dem mein Onkel Franz gefangen gehalten wurde, in Leningrad befand. Immerhin ein Hinweis, zu dem es diverse Informationen gibt.

 

Den Erzählungen der Heimkehrer zufolge sei die ärztliche Betreuung und Versorgung nur deshalb relativ zufriedenstellend bis aufopferungsvoll gewährleistet gewesen, weil sie durch deutsche kriegsgefangene Ärzte erfolgte. Allerdings wurden diese mit Argusaugen durch weibliche russische Ärzte beobachtet. Leider waren die Bemühungen zu 95 Prozent erfolglos, da Medikamente und Instrumente fehlten. Auf diesen Zustand in Lägern und Lazaretten sind die immer wiederkehrenden Berichte umfangreicher Sterbefälle unter den deutschen Kriegsgefangenen zurückzuführen, wobei die völlig unzureichende, fett-und fleischlose Verpflegung eine erhebliche Rolle spielte. Außerdem seien bestimmte Lebensmittel bei russischen Offizieren und Wachmännern sehr begehrt gewesen und deswegen vertauscht und verschoben worden. 

Dreimal täglich dreiviertel Liter Wassersuppe für kräftezehrende Strafarbeit

Viele waren fast noch Kinder, als sie im 2. Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft gerieten.
Viele waren fast noch Kinder, als sie im 2. Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft gerieten.

Es gibt ein russisches Sprichwort:  "Wer gut arbeitet, der soll auch gut essen!"  Ein Hohn, wenn man bedenkt wie man im 2.Weltkrieg die deutschen Kriegsgefangenen in den russischen Lägern wortwörtlich "abspeiste".  Der anfangs genannten Broschüre der Kriegsgefangenenhilfe der Sozialdemokratischen Partei ist zu entnehmen, dass es eine "Verpflegungsnorm" gab, die sich aus folgender Tagesnorm zusammensetzte:  Dreimal täglich je 3/4 Liter Wassersuppe, dazu meistens Kohl. Mittags gab es eine Ration (1/4 bis 3/8 Liter) "Kascha". Das ist ein aus Hirse oder Hafer bestehender Brei, der scheinbar die in Deutschland gewohnten Kartoffeln ersetzen sollten, die es zwar auch gab, aber sehr, sehr selten und nicht in allen Lagern. Im Durchschnitt gab es 600 Gramm Brot. Theoretisch. Praktisch jedoch nicht, denn diese Ration war an die Arbeitsleistung gekoppelt, die wegen der geschwächten Verfassung der Soldaten meist nicht erreicht wurde und deshalb gekürzt wurde. Außerdem hatte das Brot einen sehr hohen Wassergehalt und wurde meist frisch ausgegeben wurde, wodurch es keinen Nährwert hatte. Die Suppen enthielten oft Brennnesseln, Disteln und Melde, wenig Gewürz und Salz, berichteten die heimgekehrten Soldaten. Die unzureichende Ernährung war in der Hauptsache der Grund für die unzähligen Sterbefälle, besonders in den Monaten der Kapitulation. Wie sehr muss sich mein Onkel nach dem Essen seiner Mutter Katharina Strasser, meiner Oma, gesehnt haben, die eine sehr gute Köchin war und aus wenig immer etwas köstliches auf den Tisch brachte. Was wirklich im Lager 7740 in Leningrad passierte, welchen Schikanen, Bestrafungen, Verletzungen und sonstigem Unbill er persönlich ausgesetzt war, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Ehrlicherweise muss man sagen, dass man im umgekehrten Fall wahrscheinlich mit russischen Kriegsgefangenen auch nicht besser umgegangen ist.

 

Ich war erst vier Jahre, als ich meinen Onkel Franz nach seiner Rückkehr kennenlernte, beziehungsweise lernte er mich kennen. Ich kann mich an diese Zeit so gut wie gar nicht erinnern. Das kam erst später, als ich ihn so gut wie meinen zweiten Vater erachtete.

Da Onkel Franz, wie so viele andere Kriegsteilnehmer, die dem Desaster lebend entkommen sind, traumatisiert waren und Zeit brauchten, die Erlebnisse, wenn überhaupt,  verarbeiten mussten, wollte man auch nicht nachbohren. Von sich aus erzählten nur die Wenigsten sondern machten es mit sich selbst aus. Wenn man bedenkt, dass auf beiden Seiten Menschen, die sich noch nie gesehen haben, auf höchste Anordnung derer Machthaber Feind sein und sich Leid zufügen "mussten", dann muss man doch die Sinnlosigkeit und Idiotie eines Krieges erkennen. Vor allem junge Menschen, die ihre Jugend in einer schrecklichen Art und Weise einbüßten, weil sie sonst Repressalien im eigenen Land erwarteten.

Die offizielle Begriffsbestimmung lautete:  Ein Deserteur oder Fahnenflüchtiger ist ein Soldat, der sein im nationalen Recht begründetes Wehrdienstverhältnis in der Absicht, sich dauernd oder für die Zeit eines bewaffneten Einsatzes zu entziehen, faktisch einseitig löst, etwa durch unerlaubtes Entfernen von den eigenen Streitkräften, durch Überlaufen zum Feinde im Kriege oder durch Flucht in fremdes Staatsgebiet. Gegen mindestens 30.000 deutsche Soldaten verhängten Militärrichter die Todesstrafe, und etwa 23.000 derartige Urteile wurden auch vollstreckt. Gegen mehr als 100.000 Deserteure wurden Haftstrafen verhängt. Das bedeutet aber, dass nur etwa ein Drittel der geschätzt bis zu 400.000 Deserteure in die Fänge der Feldpolizei geriet. Von den übrigen liefen manche zum Feind über, viele gingen freiwillig in Kriegsgefangenschaft, eine nicht feststellbare Zahl versteckte sich erfolgreich – nur sehr wenige allerdings in der Heimat.

Die Unterlassung einer Meldung einer geplanten Fahnenflucht, von der jemand glaubhaft Kenntnis erhalten hatte, wurde mit Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monate, im Feld von ein bis drei Jahren bestraft. Quelle: https://www.welt.de/

Seine wiedergewonnene Freiheit genoss Onkel Franz in vollen Zügen

Damals
Onkel Franz (rechts) beim Umtrunk mit männlichen Familienmitgliedern

Wen wundert es, wenn er seine schrecklichen Erlebnisse so schnell wie möglich vergessen und nicht mehr erinnert werden wollte.  Es ist nachzuvollziehen, dass er alles nachholen wollte, was er in den zehn Jahren russischer Gefangenschaft versäumt hatte. In Deutschland herrschte nach seiner Rückkehr im Jahr 1952 bereits Aufbruchstimmung und die Wirtschaftswunderzeit nahm im wahrsten Sinn des Wortes Fahrt auf. Onkel Franz hatte wie sein Bruder Ludwig Schreiner gelernt und nach dem Krieg als Bodenleger eine Arbeit gefunden. Als er genug gespart hatte, kaufte er sich einen VW-Käfer und fuhr damit nach "Bella-Italien".  Viele Jahre war der Gardasee ein beliebtes Ausflugsziel für ihn und seine Freunde. Auch sonst genoss er seine wiedergewonnene Freiheit und besuchte gerne alle geselligen Feiern.  Konrad und Mariele Kehrer aus Aign und Albert Wagner aus Niederburg gehörten zu seinem engsten Bekanntenkreis, mit denen er gerne zusammensaß und diskutierte. Zu Geld hatte er jedoch ein etwas gestörtes Verhältnis. Es bedeutete ihm nichts. So kann ich mich an folgenden Vorfall erinnern: Meine Mutter regte sich fürchterlich über ihn auf, als er mir bei einer Feier in Zaisering einen Zehn-Mark-Schein in die Hand drückte. mit den Worten "Do, kaf da wos" (Hier, kauf dir etwas)  Ich werde etwa sechs Jahre alt gewesen sein und der Betrag war für ein Kind damals viel zu großzügig.  Schließlich wurde ich von Mama zum Sparen angehalten. Ihr ging diese Aktion von Onkel Franz sowas gegen den Strich. Sie schimpfte ihn dermaßen und befahl ihm, das nicht mehr wieder zu tun.   Was Frauenbekanntschaften anbelangt, legte er sich nicht so schnell fest. Als er mit der Schwester unseres Vermieters anbandelte, freute sich besonders meine Mutter. Als seine Schwester, die als einzige nahe Verwandte in seiner Nähe wohnte, kümmerte sie sich rührend um ihn. Er durfte bei uns mitessen, sie putzte seine Wohnung in Lohen und sie wusch und bügelte für ihn. Kurz: Er hatte Familienanschluss, was jedoch seitens meines Vaters Konfliktpotenzial hatte. Er war auf "meinen Onke Franzi" eifersüchtig.  So gern Mama ihren Bruder Franz mochte, so sehr hoffte sie darauf, dass die von ihr entgegengebrachte Fürsorge bald die Frau seines Herzens übernahm.  Liesl Wimmer wäre ihres Erachtens eine gute Wahl gewesen. Sie war eine nette Frau, die  sich sehr um ihn bemühte. Trotzdem ging die Beziehung in die Brüche. Vielleicht weil er ein Faible für schwierige Frauen hatte oder zu gerne mal ein Glas Bier oder Wein zu viel trank. Es kamen wechselnde "g'schlamperte Verhältnisse". Geheiratet hat er erst im gestandenen Mannesalter. Eigene  Kinder wollte er keine. Seine Ehefrau Elisabeth hatte zwar einen Sohn und eine Tochter mit in die Ehe gebracht, aber die waren schon fast erwachsen.  Onkel Franz verstarb am 9. April 2004, einen Tag nach seinem 81. Geburtstag.  Er wurde im städtischen Friedhof in Rosenheim/Oberbayern beigesetzt. 

Ich habe den Eindruck, dass es derzeit vielerorts brodelt und kriselt

Damals
Ein Kriegerdenkmal erinnert an die gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege und ist zugleich Mahnmal für Gegenwart und Zukunft

 

 "Nie wieder Krieg, nie wieder Hass" das schworen sich viele, die wie mein Onkel Franz den zweiten Weltkrieg lebend überstanden haben. Man könnte meinen, dass die Menschen daraus lernen könnten, dass Kriege nur Verlierer hervorbringen, zumal die beiden Weltkriege (1914-1918 und 1933-1945 NS-Zeit) so schnell aufeinanderfolgten und jedes mal Not und Verzweiflung über tausende von Menschen brachten.

 

Ich war als Berichterstatterin für Mamming im Auftrag des Dingolfinger-Anzeigers bei den jährlichen Volkstrauertagen im November dabei, als  Bürgermeister Georg Eberl am Kriegerdenkmal den gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege gedachte und einen Kranz niederlegte. Er erinnerte in seiner Rede die umstehende Bürgerschaft immer daran, wieviel Leid und Elend der Krieg auch in Mamming in die Familien brachte. "Friede ist ein hohes Gut, dass man sich immer wieder neu erarbeiten muss." Friede dürfe keineswegs als selbstverständlich erachtet werden, so sein Appell gegen die Gleichgültigkeit und Unbekümmertheit. 

Obwohl der Volkstrauertag umstritten ist, erachtet man ihn im Deutschen Bundestag als notwendig und unerlässlich. Hier heißt es unter anderem: "Ja, wir brauchen ihn, aus Respekt vor den Millionen Opfern von Krieg und Gewalt. Wir brauchen diese Momente des Innehaltens, genauso wie wir Orte des Gedenkens brauchen, damit das, was geschehen ist, nicht verdrängt wird. Das nationale Gedächtnis, das eine identitätsstiftende Wurzel unseres Verständnisses von Staat und Gesellschaft ist, braucht Stützen der Erinnerung. Gedenktage wie Denkmale bringen zum Ausdruck, welche Ereignisse und Erfahrungen unserer Geschichte wir im Bewusstsein auch künftiger Generationen bewahren und lebendig halten wollen.

 

Die Geschichte des Volkstrauertages ist älter als die Geschichte der Bundesrepublik. Sie geht zurück auf eine Anregung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge aus dem Jahre 1920. Damals ging es darum, an die Toten des Ersten Weltkrieges zu erinnern. Verbunden damit war die Hoffnung, dass die Erinnerung an den Schrecken und das millionenfache Leid des Krieges den Frieden unverbrüchlich machen würde. 

Seit 1945 wurden erneut Hunderte von Kriegen überall auf der Welt geführt. Wieder wurden Millionen von Menschen Opfer - Opfer von Krieg, Verfolgung, Vertreibung, fanatischem Terror. Und nach wie vor ist Gewalt weltweit verbreitet, um andere - einzelne Menschen, Gruppen oder Staaten - zu unterdrücken, ihnen im Namen von Nation, Volk, Rasse, Religion oder Ideologie den eigenen Willen aufzuzwingen.

Das Gedenken an die Toten ist für uns auch Mahnung, aus der Vergangenheit Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen und danach zu handeln. Wann immer und wo immer wir heute helfen können, Blutvergießen zu beenden und Not zu lindern, wenn wir einen Beitrag leisten können, Versöhnungsprozesse voranzutreiben, wenn wir helfen können, Menschen vor Gewalt und Terror zu schützen, dann müssen wir es tun. Wir dürfen nicht wegschauen, als ginge uns das nichts an. Das ist zuallererst ein Gebot der Menschlichkeit. Es ist aber auch ein Gebot vorausschauender Vernunft. Der Glaube an die Begrenzbarkeit von Konflikten und an Inseln unverbrüchlichen Friedens ist nicht selten eine gefährliche Illusion.

Deshalb ist es richtig und wichtig, dass deutsche Soldaten an Friedensmissionen in der Welt beteiligt sind. Deutschland stellt sich damit der Verantwortung, die die internationale Staatengemeinschaft von unserem Land erwartet. Denn nicht beiseite zu stehen, sondern Verantwortung zu übernehmen, ist eine der Lehren unserer eigenen Geschichte."

 

Verfolgt man derzeit die Berichte in den diversen Medien, dann herrscht eine ungute Stimmung auf der Welt. Meinungsverschiedenheiten sind das schon längst nicht mehr, Die Welt verändert sich zunehmend. Für meine Begriffe nicht zum Vorteil, denn überall spürt man Aggression, Frustration und Angst. Das mag viel Corona geschuldet sein, aber auch den Gruppierungen, die nichts anderes wollen als die Gesellschaft aufhetzen und aufwiegeln, Unruhe schüren und Hass verbreiten. Ja, es gibt sogar welche, die an die Ideologie der Nazizeit anknüpfen wollen. 

 

Passen wir auf, dass wir uns weder vom Virus noch von Provokateuren anstecken lassen.