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Kobolde, Klippen und Gemäuer - Irland die grüne Insel im Atlantik

Von Bayern nach Irland - Reise-Erlebnis mit markanten Highlights

Irland hat mich überrascht, berührt, bewegt und erstaunt

Jetzt im Herbst, wo die Tage wieder kürzer und trüber werden, holt man gerne wieder die Fotos der Urlaubsreisen hervor, um diese vor dem geistigen Auge Revue passieren zu lassen.

 

Was ich mir schon lange vorgenommen , aber immer wieder hinausgeschoben habe, habe ich gestern nach vier Jahren endlich geschafft. Ich habe die digitalen Fotos unserer Stippvisite nach Irland hochgeladen, nach Tagen und Zielen sortiert und in Erinnerungen geschwelgt, als ich die Tagesrouten im Geiste aufleben ließ. Dabei ist mir wieder bewusst geworden, wie viele Sehenswürdigkeiten die grüne Insel Irland  zu bieten hat, die ihre Besucher zu Recht in ihren Bann zieht. Jedenfalls ist es mir so gegangen. Irland hat mich erstaunt, berührt und bewegt. Die Menschen, die Geschichte, die bizarren Landschaften , die Architektur, die Kultur, die Musik, die Tradition, Sitten und Gebräuche und vor allem auch irische Mythologie. Alles in allem hat dazu geführt, dass ich der Insel im Atlantik jederzeit wieder einen Besuch abstatten würde, zumal man in wenigen Tagen des Aufenthalts nur einen Bruchteil von deren Schönheit mitbekommt. 

 

Dabei wäre die Reise bald nicht zustande gekommen, da ich zwei Tage vorher beim Packen über den Koffer gefallen bin und mir den linken Fuß verletzt hatte. Irgend etwas war gerissen, denn ich konnte nur noch humpeln. Aber dank Schmerztabletten und Nordic-Walking-Stöcken hoffte ich, die Reise „durchzustehen“. Jedenfalls ging es am Sonntag, den 4. Oktober los. Wir starteten vom Bahnhof Dingolfing nach München, um mit dem Bus zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen zu gelangen. Nach etwas Wartezeit erhoben wir uns für knapp über zwei  Stunden in die Lüfte. Wohlbehalten landeten wir auf sicheren Boden des Airport Dublin, von dort wir schnurstracks zu unserem Hotel fuhren. um dort zu nächtigen, bevor es gleich nach dem Frühstück mit dem Bus weitergehen sollte.

 

 

In die wundersame irische Welt der Feen und Geister eingetaucht

Am nächsten Tag nach dem Frühstück stand eine Stadtrundfahrt in Dublin, der Hauptstadt Irlands, auf dem Programm. Dabei bekamen wir schon zu Beginn eine Kostprobe des Wetters auf der grünen Insel zu spüren. Im feuchten Klima in Irland gibt es zwischen Oktober und Januar durchschnittlich 19 Regentage im Monat, wovon wir offensichtlich einen der krassesten erwischt haben. Auch der Bus, mit dem wir die Seesighting-Tour starteten, gab nach einigen Kilometern den Geist auf. Wir mussten eine Weile warten, bis ein anderer organisiert und vor Ort war, damit wir unser Vorhaben fortsetzen konnten. Nichts desto trotz waren wir guter Dinge auf das, was auf uns zukam. Obwohl wir uns nur eine ungefähre Vorstellung dessen machen konnten, was Dublin im Schnelldurchgang unmöglich bieten konnte. Dennoch ahnten wir, dass diese markanten Punkte der Stadt zum Teil eine lange und interessante Geschichte hinter sich haben.

 

Was jedoch für Irland besonders bezeichnend gilt, ist seine einzigartige Folklore und die faszinienden Geschichten über Feen und Kobolde, die „Fairies. Sie sind fester Bestandteil des Alltags-und Aberglaubens der irischen Bevölkerung. Der bekannteste Kobold Irlands ist der „Leprechaun“ alias „Leprkoon“, was übersetzt „kleiner Körper" bedeutet. Er ist neben der Harfe und dem Kleeblatt das bekannteste Wahrzeichen Irlands. Der Leprechaun gilt als Schuhmacher der Feen. Darüber hinaus hortet er Geldmünzen, die er am Ende des Regenbogens versteckt.

Leprechauns haben in der irischen Mythologie einen festen Platz. Gleichermaßen im irischen Alltag, wo der kleine Kobold allgegenwärtig zu sein scheint. So sahen wir bei unserer Rundfahrt durch Donegal Straßenschilder mit der Aufschrift „Leprechauns Crossing“ . Wir entdeckten allerdings keinen, der die Straße überquert oder uns von der Weiterfahrt gehindert hätte.

 

Man bedenke, dass die irischen Kobolde auf Bestreben einer Gruppe von Lobbyisten aus Carlingford durch eine EU-Direktive geschützt sind?! In Dublin gibt es sogar das Leprechaun-Museum. Es befindet sich in der Jervis Street in Dublin 1 und bietet allerhand Wissenswertes über den bekannten irischen Kobold. Leider fehlte uns die Zeit, es zu besuchen. Vielleicht ein andermal!

Grandiose Steilklippen Slieve League und imposantes Schloss Glenveagh

 

Aber nun genug der mysteriösen Geister und Gespenster Irlands. Donegal faszinierte uns vorrangig mit seiner beeindruckend bizarren und zerklüfteten Landschaft. Besonders die 60 Kilometer entfernten Steilklippen Slieve Lague westlich der Stadt Donegal hatten es mir persönlich angetan. Sie sind mit 609 Metern die höchsten in Europa. Gleichermaßen galt meine ausdrückliche Bewunderung dem Busfahrer, der die etwas schwierige Strecke souverän meisterte. Meines Erachtens keine Selbstverständlichkeit, wenn eine Haarnadelkurve nach der anderen kommt und keine Straßenbefestigungen vorhanden sind. Ängstliche und ungeübte Autofahrer sollten davon absehen, diese Strecke die direkt an den Klippen vorbeiführt, zu befahren. Es kann auch wegen der Enge der Straße passieren, dass man mehrere hundert Meter im Rückwärtsgang zurücklegen muss, damit es nicht zum Crash kommt. Mit einem Bus ist es nochmal so kompliziert. Ich muss zugeben, mir war flau im Magen. Doch was sich meinen Augen bot, hob dieses mulmige Gefühl, hinabzustürzen, wieder auf. Man bekommt bei diesem Anblick unweigerlich Respekt vor der Natur und dessen Schöpfer.

 

Das in den Chauffeur gelegte Vertrauen in dessen Fahrkunst hat sich auf alle Fälle ausgezahlt. Wir kamen sicher am Schloss Glenveagh an, das genaugenommen ein großes Landhaus mit Zinnen ist. Erbaut wurde es in den 1870er Jahren in der Nähe der Ortschaften Church Hill und Gweedore im irischen County Donegal. Das historische Gebäude mit seinen wunderschönen Gärten befindet sich im Zentrum des 160 Quadratkilometer zählenden Glenveagh-Nationalpark, der nicht nur wegen seiner Flora und Fauna beeindruckt, sondern darüber hinaus als größter Irlands gilt. Leider fehlte uns die Zeit dazu, dessen malerische Schönheit zu erkunden. Dort findet man größere Eichen- und Birkenwälder. Die Wälder bieten Füchsen, Hermelinen und Dachsen einen Lebensraum, auch zahlreiche Vogelarten fühlen sich dort wohl. Eine ursprünglich hier nicht heimische Rotwildpopulation hält sich in den höheren Regionen des Parks auf. Nur bei sehr schlechtem Wetter sieht man das Rotwild auch in tieferen Lagen. Kahlfelsige Berge, viel Wasser, Wälder und Sümpfe prägen das Bild des Glenveagh Nationalparks. Ebenso bedecken Moore einen großen Teil davon.

Die feuchten Flächen sind mit Binsen- und Pfeifengras und weiteren feuchtigkeitsliebenden Gräsern bewachsen. Das Fettkraut und der Sonnentau als fleischfressende Pflanzen kommen ebenfalls im Nationalpark vor. Wollgräser findet man dort ebenfalls reichlich. Die Farben der wilden Moorlilie sind im Frühling und Sommer bestimmend und verbreiten ein wildromantisches Feeling.

 

Der Nationalpark gründete sich aus dem Nachlass von John George Adair. Mitte des 19. Jahrhundert kaufte der Land-Spekulant das Gebiet. Die dort ansässigen Bauern ließ er im Jahre 1861 rücksichtslos vertreiben. Glenveagh Castle wurde im Jahre 1873 fertiggestellt. Es sollte als Altersruhesitz und Jagdrevier von George Adair dienen. Dieser verstarb jedoch frühzeitig im Jahre 1885.  Bis zum Jahre 1916 war seine Witwe eine beliebte Gastgeberin für die "bessere" Gesellschaft. Nach ihrem Tod verfiel das Anwesen.

Im Jahre 1929 kaufte Professor Arthur Kingsley Porter von der Harvard University das Anwesen. Für kurze Zeit war Glenveagh Castle Versammlungsort für irische Literaten und Künstler. Bei einem Besuch der irischen Insel Inishbofin im Jahre 1933 verschwand Arthur Kingsley Porter auf mysteriöse Weise spurlos. 

Im Jahre 1937 kaufte Henry McIlhenny aus Philadelphia das Anwesen, ein Nachfahre irischer Auswanderer aus Donegal. Er setzte die Gärten und die Burg wieder instand. Im Jahre 1975 verkaufte er das Anwesen an das Office of Public Works. Diese Gesellschaft übertrug das Anwesen mit Land zur Miete an den irischen Staat. So konnte dann schließlich im Jahre 1986 der Nationalpark gegründet werden.

 

In Killybegs starteten wir unsere faszinierende Rundreise

Killybegs ist ein wichtiger Fischereihafen, der größte in Irland, und die Mehrheit der größten Trawler des Landes stechen von hier aus in See. Die Stadt ist auch bekannt für ihre hervorragenden Tapisserien und Teppiche, bekannt als Donegals. Sie werden mit einer türkischen Technik in Handarbeit gefertigt und finden sich an einigen der renommiertesten Adressen der Welt, vom Buckingham Palace bis zum Weißen Haus. Killybegs ist heute zwar keine Produktionsstätte mehr, aber im Killybegs International Carpet Making and Fishing Centre erhalten Sie noch Einblick in die Geheimnisse des Herstellungsverfahrens. Hier befindet sich der größte handgeknüpfte Webstuhl der Welt, an dem Sie Ihre eigenen Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Quelle: www.cunard.com

Impressionen rund um die Grafschaft Donegal im Nordwesten Irlands