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Den Bienen und Insekten ein blühendes Paradies geschaffen

Bayern, Heimat, Tradition, Brauchtum - gestern, heute, morgen

Blühpaten erfreuten sich in Haidlfing an bunter Blumenwiese

Bienen
Was viele Bauern ernst nehmen, sehen nur wenige Bienenretter, die beim Volksbegehren unterschrieben haben, als verpflichtend an

Als Mitte Februar 2019 das Volksbegehren "Rettet die Bienen" erfolgreich beendet wurde, meinten offensichtlich viele Befürworter, sie hätten mit Ihrer Unterschrift ihre Schuldigkeit getan. Bei den Bauern hingegen hielt sich, gelinde gesagt, die Euphorie in Grenzen. Zumal weil sie sich im Vorfeld viele Schuldzuweisungen der Akteure des Bürgerbegehrens hinsichtlich des Artensterbens gefallen lassen mussten, obwohl die heimische Landwirtschaft seit jeher einen enormen Beitrag zum Umwelt-und Naturschutz leistet und unsere wunderschöne Kulturlandschaft pflegt und erhält, sowie darüber hinaus hochwertige Nahrungsmittel produziert. Des Landwirts Gedeih und Verderb hängt vom Wetter ab und er trägt sein unternehmerische Risiko einzig und allein selbst, ungeachtet seiner umfassenden und fachmännischen Kenntnisse, seiner umfänglichen Investitionen in moderne und fortschrittliche Technik und tierfreundlicher Stallungen für eine gute Unterbringung der Tiere. Wenn also eine Interessensgemeinschaft, von der ein Großteil keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht hat, darüber abstimmt, was auf seinem landwirtschaftlichen Grund und Boden zu wachsen hat, da kann ich sehr gut verstehen, wenn den Bauern ein wenig der Kamm anschwillt, zumal anfänglich das Angebot für Blühpatenschaften so gut wie gar nicht angenommen wurde. Viele meinten wahrscheinlich, die Landwirte stellen ihre Flächen zum Nulltarif zur Verfügung. 

Wenn die Bevölkerung will, dass Landwirte Blumen anbauen, tun wir es

Bienen
Die Blühpaten, die beim Landwirt Maidl aus Haidlfing gezeichnet haben, freuten sich über das blühende Blumenfeld

Ich will mich ja ungern wiederholen, aber ich habe  bereits in meinem Blogbericht vom 21. Februar dieses Jahres mit dem Seitentitel "Wenige Bienenretter fühlen sich beim Thema Blumenwiesen angesprochen" darüber geschrieben, dass die Resonanz anfänglich seitens der selbsternannten Bienenretter sehr zurückhaltend war.  Landwirt Anton Maidl aus Haidlfing gehörte sozusagen zu den Pionieren, der  dieses Ansinnen des Volksbegehrens in die Tat umzusetzen bereit war: "Wenn die Bevölkerung will, dass Landwirte Blumen anbauen sollen, dann machen wir das.  Aber nur gegen Bezahlung, denn man muss ja auch davon leben können" Verständlich, oder? Schließlich ist der 63-jährige Vollerwerbslandwirt. Und wem eine intakte Natur und eine große Artenvielfalt am Herzen liegt, dem sollten 50 Euro im Jahr respektive 50 Cent für 1 Quadratmeter neuen Lebensraum, der für über 100 Lebewesen geschaffen wird, auf alle Fälle wert sein, so meine Meinung.  Allen anderen unterstelle ich, dass sie ihre Unterschrift nur aus Jux und Tollerei geleistet und damit ihr Gewissen beruhigt haben. Sie würden bestimmt nicht wollen, dass jemand über ihren Garten bestimmt, was gepflanzt werden darf oder nicht oder man von seiner beruflichen  Arbeit seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann. 

Es ist ganz einfach: "Wer anschafft, der zahlt" heißt es in Bayern. Nachdem ja immer gesagt wird, dass die Natur nicht nur den Landwirten gehört, brauchen sie sich auch nicht allein für deren Erhalt verantwortlich fühlen. Jeder muss sein Scherflein dazu beitragen. 

Die Premiere "Blühwiese"  ist Landwirt Maidl vorbildlich gelungen

Am vergangenen Samstag lud die Landwirtsfamilie Anton und Claudia Maidl ihre achtunddreißig Blühpaten auf ihren schmucken Hof in Haidlfing zu Kaffee und selbstgebackenen Kuchen sowie frischen Getränken zwecks gegenseitigem Kennenlernen ein. Die meisten stammten aus der näheren Umgebung, aber auch aus Oberbayern und anderen Landkreisen nehmen welche an der Aktion teil. Das Wetter war ideal und es entstanden an den Tischen interessante Gespräche, bevor wir uns auf den Weg machten, um unsere Blühwiesen in Augenschein zu nehmen. Ursprünglich wollte Landwirt Anton Maidl hier auf drei Tagwerk (entspricht einem Hektar = 10000 Quadratmeter) Ackerland Zuckerrüben anbauen. Seine nachvollziehbare Angst, dass die Patenschaft-Aktion ein Flop wird und er die Fläche umsonst zur Wiese gemacht hat, stellt sich vorerst als unbegründet heraus, wenn man das bunte Blumenfeld sieht. Doch ganz so ist es nicht, denn es wurde von den Blühpaten nicht vollständig beansprucht. Den verbliebenen Rest musste er auf seine Kappe nehmen, obwohl er für das Feld Pacht und das Saatgut bezahlen musste und er nur für die Patenfläche staatliche Förderung bekommt. Er kann auch nur weitermachen, wenn sich Blühpaten wieder bereit erklären,  für die Pachtflächen zu bezahlen. Gerne dürfen sie diese jederzeit besuchen und sich an ihnen erfreuen. 

Fortsetzung folgt nur, wenn wieder genügend Blühpaten teilnehmen

Bienen
Blumen, die Menschen und Bienen gleichermaßen anziehen, sind ein Gewinn für die Landschaft, weil sie ein buntes und vielfältiges Bild abgeben

Nachdem der Bürgerwille beim Volksbegehren so überwältigend war, dürfte es doch überhaupt keine Frage sein, die Bienen und viele andere nützliche Insektenarten auch weiterhin zu retten. Oder hört beim Geld die Liebe und der Respekt zur Natur und der Umwelt auf, wie man leider immer wieder bei den Grünen und ihren Sympathisanten feststellen muss ? Aber nur irgendwas anzuzetteln, um sich selbst der Öffentlichkeit als Gutmenschen darzustellen, damit ist niemand geholfen, im Gegenteil. Die teils spärliche Nachfrage nach Blühflächen lässt darauf schließen. Wäre es nicht so, hätten Landwirte wie Anton Maidl in Null-Komm-Nix ihre Blühflächen vergeben. Oder sehen das die Akteure (die Ökologisch-Demokratische Parte/ÖDP, der Landesbund für Vogelschutz/LBV, Bündnis 90/Die Grünen, Bund Naturschutz in Bayern und die Umweltstiftung louisoder ) des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" anders? Schließlich sollte man zu dem stehen, was man fordert, das gebietet der Anstand.

 

Komischerweise war zu keiner Zeit das entsprechende Saatgut knapp. Man hatte also mit mehr Engagement der Blühpaten gerechnet. Der erhoffte Ansturm blieb jedoch aus und die Bienenrettungsaktion scheint bis jetzt noch  ein wenig enttäuschend zu sein 

 

Sollte das neuen Blühpatenjahr genauso zögerlich anlaufen, dann kann man es den Landwirten wirklich nicht verübeln, wenn sie ihre Flächen nicht zugunsten der Bienen anpreisen, sondern sich lukrativeren Anbaumöglichkeiten zuwenden, zumal sie auch ohne das Volksbegehren, Natur-und Umweltschutz praktizieren. Landwirte brauchen zuverlässige Planungssicherheit und keine Stimmungsschwankungen der selbsternannten Bienenretter, von denen der Großteil ihre Unterschrift offensichtlich  nicht als verbindlich erachten und alles nur Schau und Putz ist.