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Nowgorod in Russland ist eine Hansestadt mit langer Historie

Von Bayern nach Russland - Reise-Erlebnis mit markanten Highlights

Welikij Nowgorod hat allen Katastrophen standgehalten

Russland
Nowgorod liegt etwa 180 km südsüdöstlich von Sankt Petersburg am Fluß Wolchow in Russland

Als mein Sohn am vergangenen Montag nach Kapstadt in Südafrika aufgebrochen ist, hatte ich einesteils Angst um ihn, denn man hört ja so einiges ungutes über dieses Reiseziel. Andererseits freute ich mich mit ihm, denn ich erinnerte mich sofort wieder an meine diversen schönen, wunderbaren und erlebnisreichen Reisen, die ich in den letzten Jahren zusammen mit meinem Mann Xaver gemacht habe. 

Zum Beispiel im Herbst 2014 haben wir Russland einen zwölftätigen Besuch abgestattet., als wir mit der "MS Tschitscherin" von Moskau nach Petersburg geschippert sind und jeden Tag neue Orte und Sehenswürdigkeiten erkundet haben. Bis zur vorletzten Station habe ich bereits in meinen vorangegangen Blogberichten darüber mal mehr und mal weniger geschrieben. 

Zu guter Letzt stand Nowgorod auf dem Programm.

 

Welikij Nowgorod ist die älteste Stadt Russlands, ein mittelalterliches Handels- und Handwerkszentrum, ein Hauptpartner des Hansebundes sowie die Wiege der russischen Demokratie. Sie ist sozusagen eine Grenzregion zwischen zwei Zivilisationen und damit ein Bindeglied zwischen dem mittelalterlichen Europa und Russland. Die geschichtsträchtige russische Großstadt ist 422 Kilometer von Moskau und 180 Kilometer von Sankt Petersburg entfernt.ow

Nowgorod lud 2009 zum " 29. Internationalen Hansetag " der Neuzeit ein

Russland
Nowgorod ist als erste russische Stadt Mitglied des Hansebundes der Neuzeit

Zahlreiche Verträge und die Kontorordnung "Schra" regelten die Handelsbeziehungen zwischen Nowgorod und der Hanse. In erster Linie versprachen sie den beiden Parteien den rechtlich geschützten und zollfreien Handel in Nowgorod und im Ostseeraum. 

1993 wurde Nowgorod als erste russische Stadt Mitglied des Hansebundes der Neuzeit. Seither zeigt Nowgorod seine Jahrhunderte alten Traditionen bei den jährlichen Internationalen Hansetagen. 

Auf dem Treffen der Hansekommission in Stade beschlossen seinerzeit die damals rund einhundert Hansestädte aus den elf Ländern Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Niederlande, Belgien, Norwegen, Schweden, Polen, Russland und Deutschland als gemeinsames Projekt im Rahmen einer Solidaritätsaktion aller Hansestädte, die St. Nikolaus-Kathedrale im Hansehof von Nowgorod zu restaurieren.

Rund 325.000 € wurden hierfür von Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Schweden, Finnland und den Baltischen Staaten aufgebracht. Die Arbeiten begannen im Juli 1994 und wurden fünf Jahre später, im Juni 1999 beendet. 

2009 feierte Welikij Nowgorod sein 1150-jähriges Stadtjubiläum. Unter dem Motto "Grenzen erweitern" lud die Stadt aus diesem großen Anlass zum "29. internationalen Hansetag der Neuzeit" herzlich ein. 

Dieses Ereignis war bei unserem Besuch noch deutlich zu spüren. Auch die Reiseführerin wies uns ausführlich darauf hin und erläuterte in Einzelheiten, wie man dieses herausragende geschichtliche Weltverbundenheit beging und feierte.  

 

Der Nowgoroder Kreml erstreckt sich auf eine Fläche von über 12 Hektar

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Der Kreml in Nowgorod weist eine Länge von 1487 Meter auf

Ich habe bis zu unserer Russland-Reise gedacht, dass der "Kreml" ein Gebäude ist, das ausschließlich zu Moskau gehört. Dabei bezeichnet das Wort eine für mehrere altrussische Städte typische Zitadelle. So hat auch Nowgorod einen Kreml, der einer der ältesten noch existierenden Bauten Russlands und historisch eng mit der Geschichte der Stadt verbunden ist. Er befindet sich im Zentrum der Stadt und war der politische, religiöse und kulturelle Angelpunkt der „Nowgorod Lande“. Das Erscheinungsbild und die Historie ist noch immer eindrucksvoll und beherbergt aktuell ein Museum und eine antike Kirche.

Der Kreml steht auf einem Hügel, der etwa zehn Meter über dem Fluss Wolchow ragt. Er hat die Form eines in nord-südlicher Richtung gestreckten und von der Uferseite etwas eingewölbten Ovals. Die Gesamtlänge seiner äußeren Mauern beträgt 1487 Meter, die Länge von Nord nach Süd etwa 565 Meter und die Breite von West nach Ost etwa 220 Meter. Insgesamt weist die gesamte Fläche des Kremls dieser geschichtsträchtigen Stadt 12,1 Hektar auf.

 

Mehrmals zerstört, niedergebrannt und ausgeplündert stieg Nowgorod immer wieder wie Phönix aus der Asche empor und wurde jedes Mal neu aufgebaut. Es soll an diesem Land, an der Erinnerung an die ehemalige Stärke und den Reichtum der mittelalterlichen Stadt oder an den tief verwurzelten Traditionen der Stadtrepublik liegen, weswegen die Nowgoroder heute noch eigene Wege finden und eigene Standpunkte vertreten. Quelle: visitnovgorod.de

 

Kirchen galten im Mittelalter auch in Russland als sichere Zufluchtsorte

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Viele historische Gebäude gibt es in der Hansestadt Nowgorod zu sehen

 

Der Peterhof in Nowgorod war eines von vier Kontoren der Hanse im Spätmittelalter.  Er lag auf der rechten Uferseite des Wolchow, der Handelsseite  der Stadt und grenzte an den Nowgoroder Markt.

Das Kontor bestand in einem von Palisaden umzäunten Stadtviertel von Nowgorod, das nur ein Tor als Zugang hatte. Aus Angst vor Diebstählen und Überfällen durften die Russen nur tagsüber das Innere des Peterhofes betreten, um dort Einkäufe und Verkäufe zu tätigen. Außerhalb des Kontors waren Geschäfte mit den Deutschen verboten. Nachts war das Tor fest verschlossen. Mittelpunkt war die steinerne, namensgebende Kirche St. Peter , die für die Kaufleute gleichzeitig Versammlungsort, fester Aufbewahrungsort für Urkunden und Kasse des Kontors, sowie Ort der Waage war. Die Kirche diente zugleich als Warenlager. Um sie herum befanden sich die hölzernen Wohnhäuser, in denen ungefähr 200 Kaufleute auf der einen und die Gesellen und Lehrlinge auf der anderen Seite jeweils in Gemeinschaften lebten. Zusätzlich gab es die Wirtschafts-und Verwaltungsgebäude, eine Brauküche und Lagerschuppen. Bei Gefahr diente der steinerne Kirchenbau als Zufluchtsort. Das Kontor bestand in einem von Palisaden umzäunten Stadtviertel von Nowgorod, das nur ein Tor als Zugang hatte. Aus Angst vor Überfällen und Diebstählen durften die Russen nur tagsüber das Innere des Peterhofs betreten, um dort Einkäufe und Verkäufe zu tätigen. Außerhalb des Kontors waren Geschäfte mit den Deutschen verboten. Nachts war das Tor fest verschlossen. Mittelpunkt war die steinerne, namensgebende Kirche St. Peter, die für die Kaufleute gleichzeitig als Versammlungsort, fester Aufbewahrungsort für Urkunden und Kasse des Kontors, Ort der Waage und Warenlager diente. Um die Kirche herum befanden sich die hölzernen Wohnhäuser in denen die ca. 200 Kaufleute auf der einen und die Gesellen und Lehrlinge auf der anderen Seite jeweils in Gemeinschaften lebten. Zusätzlich gab es die Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude, eine Brauküche und Lagerschuppen. Bei Gefahr diente der steinerne Kirchenbau als Zufluchtsort

Relikte der Vergangenheit weisen auf schöne und schwere Zeiten hin

 

Die Historie vieler Sehenswürdigkeiten von Weliki Nowgorod -insbesondere dessen Kirchen, Klöster und Stellungsbauten hat viele schöne und tragische Seiten, die zu beschreiben viele, viele Buchseiten füllen würden. In ein paar Stunden unseres Besuches konnten wir einige nur am Rande streifen. Obwohl uns eine kompetente und redefreudige Stadtführerin alles ausführlich erklärt hat, konnten wir uns nur einen Bruchteil davon merken. Deshalb werde ich die Bilder laut meinem Motto "Kriwuskrawus" sprechen lassen, die ich in meiner untenstehenden Fotogalerie eingefügt habe. Diejenigen, die diese außergewöhnliche Stadt in Russland schon besucht haben, werden sich an dieses und jenes erinnern. Für andere, die das erste Mal nach Nowgorod reisen, können sagen: "Ja, das kenne ich von der Internetseite "Kriwuskrawus". Viel Spaß beim Anschauen!

Bildergalerie von links: Nowgoroder Kreml, der Fluß Wolchow, Blasiuskirche, Jurjew-Kloster, Witoslawlitsy-Freilichtmuseum, St.Georgs-Kirche