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Vor dem Auracher Löchl in Kufstein wurden Jugenderinnerungen wach

Stippvisite in Tirol/Österreich bescherte uns wunderbare Tage

Im geschichtsträchtigen Wirtshaus in Tirol viele lustige Stunden verbracht

IAuracher-Löchl in Kufstein /Tirol in Österreich
Vergnügt im tirolerischen Kufstein in Österreich

Viel zu schnell war unser Kurzurlaub in Tirol wieder vorbei und so hieß es nach fünf Tagen wieder Abschied nehmen.       Nach einem oppulenten Frühstück in der Pension Lärchenbrunn in Westendorf machten wir uns auf den Heimweg.

Da Petrus an diesem Tag besonders gute Laune hatte und mit herrlichem, sonnigen Herbstwetter aufwartete, entschlossen wir uns, noch ein paar Stopps einzulegen. Der erste war in Kufstein, der zweitgrößten Stadt in Tirol.

Gemütlich bummelten wir durch die Altstadt, die eigentlich recht überschaulich ist, aber doch einiges zu bieten hat. Neben den Geschäften mit typischen landesspezifischen Angeboten war natürlich die Festung von besonderen Interesse.

Das Wahrzeichen der Stadt wurde 1205 erstmals urkundlich erwähnt und stand viele Jahrhunderte im Brennpunkt der Geschichte. Es war ein heißumkämpftes Objekt zwischen Bayern und Tirol. Leider reichte bei unserer Stippvisite die Zeit dann doch nicht, auf der über 24.000 Quadratmeter großen Fläche deren Geschichte zu erkunden. 

Die zentrale Lage zwischen Inn, Innpromenade und Festung sowie Unterer Stadtplatz sorgt jedoch dafür, dass jeder Kufstein-Besucher ganz einfach in die Römerhofgasse findet. Dort blieben wir dann doch noch ein wenig hängen. Karin hatten es die diversen Geschäfte, mit Lederwaren, Mützen und Schals angetan und ich entdeckte plötzlich ein Wirtshaus, das ich eigentlich schon vergessen hatte, aber plötzlich wieder Erinnerungen an meine Jugendzeit wach werden ließen. Es war das Auracher-Löchl . Ich war ungefähr 17 bis 18 Jahre alt, als ich mit meinem früheren Freund und späteren Ehemann Sepp, zusammen mit unseren Freunden dieses Kultgasthaus regelmäßig aufgesucht habe. Wir waren damals eine Clique von acht jungen Leuten, Die Mädchen Christa, Rosmarie, Gerti und ich waren aus dem Raum Rosenheim und die Burschen Alois, Peter, Helmut und Sepp aus der Gegend um Halfing. Wir hatten knappe 40 Kilometer und unsere Freunde ein wenig über 50 Kilometer nach Kufstein. Ich kann mich erinnern, dass es immer lustig war und wir uns dort wohlgefühlt haben.

 

Im Auracher Löchl in der Römerhofgasse entstand das Kufstein-Lied

Auracher Löchl in Kufstein/Tirol (Österreich)
In der Römerhofgasse in Kufstein findet man das Auracher Löchl

Kennst du die Perle, die Perle Tirols?
Das Städtchen Kufstein, das kennst du wohl! So beginnt das Kufstein-Lied das der Tiroler Karl Ganzer im Jahr 1947 geschrieben und damit seine Stadt weltbekannt gemacht hat. Das Auracher-Löchl darf sich als Geburtsstätte dieses Liedes bezeichnen.

 

Karl Ganzer hat nie eine Musikausbildung absolviert, sondern war musikalischer Autodidakt. Er schrieb bis an sein Lebensende (1988) nie Notenschrift. Die Musik lag ihm einfach im Blut. Bereits in seiner frühen Jugend gesellte er sich mit seiner steirischen Harmonika zu Musikern in Gaststätten und spielte mit diesen auf. Dabei erwarb er durch Zuhören und Mitspielen ein umfangreiches Repertoire. (Quelle Webseite Auracher Löchl)  Gerade in der schweren Zeit nach dem Krieg schienen die Menschen sehr empfänglich für die schönen Seiten des Lebens. Nicht umsonst heißt es: Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.

 

Aus dieser musikalischen Leidenschaft und Inbrunst heraus, entstand im Auracher Löchl ganz zufällig ein absoluter Hit. Die Melodie hatte sich beim Üben auf der neuen chromatischen Harmonika förmlich aufgedrängt, heißt es. Sie ging Karl Ganzer nicht mehr aus dem Kopf. Trotzdem dauerte es noch eine Weile bis das Kufstein-Lied im Jahr 1960 den Durchbruch hatte. Aus dem ursprünglichen-4/8 Takt wurde ein 3-4-Schunkel-Takt. Durch Aufnahmen des Jodlerkönigs Franzl Lang und anderer bekannter Künstler der volkstümlichen Musikszene, wie etwa Maria und Margot Hellwig avancierte der Ohrwurm zum weltweiten volkstümlichen Erfolgsschlager.

 

Das Lied hat den Namen der Stadt Kufstein um die ganze Welt getragen und damit ist die ,,Perle Tirols" als Stadt am grünen Inn zu einem positiven Inbegriff geworden.

Das Auracher Löchl entspringt einem Loch im Festungsberg und einem Familiennamen

Das Auracher-Löchl in der Römerhofgasse in Kufstein/Tirol
Verantwortungsvolle Besitzer führten das Auracher Löchl in die Neuzeit

Das Auracher Löchl hat seinen Namen unter anderen der alten Kufsteiner Bürgerfamilie Aurach zu verdanken. Diese war seit dem 13. Jahrhundert in Kufstein ansässig und erwarb sich großes Ansehen. Schließlich stellte sie zehn Bürgermeister und war Betreiber einer Bierbrauerei.

Der Grundstein des Hauses wurde zwischen 1410 und 1436 gelegt. In dieser Zeit wurde eine Öffnung in den Felsenberg getrieben. Aus diesem Löchl wurde ein 90 Meter langer Stollen, der eine konstante Temperatur von 8 Grad Celsius zu halten vermochte und daher ideal für die Einlagerung von Eis war. welches für das Brauen und die Lagerung von Bier ideal war. Bereits im Jahr 1948 wurde die dazugehörige Bierschenke errichtet, die den noch heute gültigen Namen Auracher Löchl trug.  Auf beinahe wundersame Art entkam es dem Flammeninferno, als Kufstein im Jahr 1809 niederbrannte.

Was die Besitzer anbetraf, übernahm die Familie Neuhauser das urige Wirts-und ab dann auch Weinhaus. Sie schloss mit den Südtiroler Winzern dahingehend ein Abkommen ab, dass die Weine in Holzfässern heranreifen und lagern konnten. Im Gegenzug durfte der Wein frei ausgeschenkt werden. Aus Hygienegründen werden sie heute nicht mehr zur Weineinlagerung verwendet, sondern sind nur noch informative aber auch dekorative Schaustücke.

Der Macht der Liebe ist es zu verdanken, dass das Auracher Löchl 1992 in den Besitz der Familie Hirschhuber überging und seit 2003 von der zweiten Generation geführt wird, immer darauf bedacht, den bekannt guten Ruf beizubehalten. Vor ungefähr 15 Jahren kamen Gerüchte auf, dass noch ein weiteres Stollensystem unter der Festung existiert. Als die Gerüchte zunahmen und auch ältere Gäste des Auracher-Löchls erzählten, dass sie im 2. Weltkrieg bereits einmal hier in einem Lazarett bzw. Luftschutzstollen untergebracht waren, wurde die Familie Hirschhuber hellhörig und begann schließlich nachzuforschen.
1997 suchte man nach einem Eingang und wurde schon kurze Zeit danach fündig. Ein bisher unbekanntes und längst vergessenes, 400 Meter langes Stollensystem wurde entdeckt.

Es führt vom Auracher Löchl bis unter die Festung und bis zum oberen Stadtplatz und
diente im 2. Weltkrieg tatsächlich als Lazarett und Luftschutzbunker für Frauen, Kinder, Kranke, ältere und geschwächte Menschen. Laut Geologen bestand das

Stollensystem schon vor dem 2. Weltkrieg und wurde nur vergrößert. Sie vermuten, dass es auch schon zur Zeit der Ritter als geheimer Fluchtweg in und aus der Festung verwendet wurde. Die Familie Hirschhuber hat den unterirdischen Gang in aufwendiger Arbeit zur Stollenbar 1930 umfunktioniert, die sich weltweit mit 1000 verschiedenen Sorten Gin deutlich von anderen abhebt..

Ab vorigen Monat wird die Jahrhunderte andauernde Geschichte des Auracher Löchls fortgeschrieben. Die Familie Walch will die Erfolgsgeschichte im Sinne ihrer Vorgänger fortführen und dennoch ihre Ideen einbringen.  

Was hat es von der Mär der schwarzen Katze auf sich

Einst soll ein armer Gastwirt - und das ist meines Erachtens schon Märchen genug -im Geheimstollen und Weinkeller des Auracher Löchls gelebt haben. In seiner Not soll er den Teufel um Unterstützung gebeten haben. "Luzifer, ich schenk dir meine Seele, wenn du mir hilfst, dass ich in meinem Fass den besten Wein weit und breit habe. Der Teufel war mit diesem Deal einverstanden. Bald waren entsprechend diesem Wunsch die Fässer gefüllt. Auf das größte , mit dem besten Wein gefüllte Fass setzte er eine schwarze Katze mit den Worten: Diese Katze wird dir immer Glück bringen.

 

Bald wollte jeder Gast nur noch den Wein aus dem Fass, auf dem die schwarze Katze  saß. Der Gastwirt wurde reich. Als aber sein Lebensende nahte, wurde ihm Angst und er rief nach dem Pfarrer. Nachdem dieser in das Geheimnis mit der schwarzen Katze eingeweiht war, ging er in den Keller, bespritzte die schwarze Katze mit Weihwasser und rief:  Du wirst kein teuflisches Symbol sein und Unglück bringen. 

Daraufhin hörte er ein höllisches Wimmern und es stieg ihm Schwefelgestank in die Nase. So wurde die schwarze Katze schließlich zum friedlichen Symbol. Sie zeigt das Fass mit dem besten Wein an und vertreibt die Dämonen aus dem Weinkeller, selbst wenn sie der beleidigte Teufel noch in die geheimen Weinkeller des Auracher Löchls zu schicken versucht.