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Vielfältige Vereine bereichern und beleben das Dorfleben

Bayern, Heimat, Tradition, Brauchtum - gestern, heute, morgen

Vereine leisten wertvollen Beitrag zur Wohn-und Lebensqualität

Als mein Mann und ich heute in unserer alten Heimat Mamming waren, nutzten wir die Gelegenheit, das Vatertags-Grillfest der Stockschützen zu besuchen.

Nicht nur weil die Halle so idyllisch an der Isar-Alter gelegen ist, sondern auch weil auf der Speisekarte Fischwürste standen, die für uns als die besten weit und breit gelten. Ein weiterer Grund war auch, bekannte Gesichter zu sehen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Schließlich ist Mamming ein Teil unseres Lebens. Mein Mann hat im Mamminger Ortsteil Bubach das Licht der Welt erblickt, ist dort zur Schule gegangen und hat 65 Jahre seines Lebens dort verbracht. Ich bin allerdings eine "Zuagroaste" aus Oberbayern, die 1996 nach Bubach zog. Auch keine Pappenstiel, denn in 20 Jahren ist mir so Manche/r/s ans Herz gewachsen. So kehren wir zu einer Stippvisite immer wieder gerne zurück, um dann wieder heim nach Radldorf zu fahren. 

Eine Vielfalt von Vereinen bieten ein attraktives Freizeitangebot

Vereine decken viele Interessensgebiete der Bürgerschaft ab

Aber eigentlich wollte ich ja ganz was anderes loswerden, was mir früher ganz selbstverständlich vorgekommen, aber jetzt erst richtig klar geworden ist: Wie arm wäre eine Gemeinde, wenn es die diversen Vereine nicht gäbe, die die Bürger mit diversen Veranstaltungen, Festen, Feiern und Aktivitäten zusammenführen? Sie manchen das Leben und Wohnen in solchen Gemeinden wie Mamming, das ja eigentlich sehr dörflich geprägt ist, lebendig, attraktiv und abwechslungsreich . Ob sportlich, kulturell, sozial oder anderweitig ausgerichtet, sind die Vereine ein Garant dafür, dass für beinahe jedes Interessensgebiet der Bürger/innen etwas geboten ist und zwar für jede Altersklasse. Das wiederum fördert das Gemeinschaftsgefühl beziehungsweise das ,,Miteinander" zwischen den Generationen. Keiner muss sich ausgeschlossen fühlen, wenn er nicht bewusst alleine und isoliert sein will. Man sollte sich dabei aber immer bewusst sein, dass hinter dem prall gefüllten Veranstaltungskalender Menschen stehen, die ihre Freizeit opfern und ehrenamtlich tätig sind, um das Vereins-und Gemeindeleben am Laufen zu halten. Feste und Feiern zu planen und durchzuführen bedarf zum einen viel Zeit und zum anderen Erfahrung. Und das alles ehrenamtlich, das heißt unentgeltlich. Also quasi für ,,Gottes Lohn". 

Jeder Bürgermeister darf sich glücklich schätzen, solche selbstlosen Idealisten in seiner Gemeinde zu haben. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes ,,unbezahlbar". Selbst die bestmöglichst ausgestattete Infrastruktur kann nicht alles leisten. Freizeit ist für die Leute von heute ein wichtiger Aspekt für Lebensqualität. Dazu gehört ein vielfältiges Angebot, diese entsprechend der jeweiligen Interessen zu gestalten. 

Vereine klagen über zunehmend komplizierte Bürokratie

Nirgends auf der Welt gibt es so viele Vereine wie in Europa. Diese finanzieren sich hauptsächlich aus Mitgliedsbeiträgen. Aber, auch wenn die Vereine meist gemeinnützig sind, so hält der Fiskus auch hier die Hand auf. Die zunehmende, statt der versprochenen Rückbildung der Bürokratie und immer wieder neue Gesetze machen den Vereinen zu schaffen. "Alles wird komplizierter, statt einfacher", klagen immer wieder  Vereinsvorstände und Kassiere, die überwiegend Laien auf diesem Gebiet sind.

Statt das zur Verfügung stehende Geld für die Jugendarbeit verwenden zu können, die ja den Fortbestand eines Vereins sichern sollen, muss es für Experten ausgegeben werden, um nichts falsch zu machen und nicht in die Bredouille zu kommen.

Ob kleinere Vereine sich hauptamtliche Kräfte überhaupt leisten können, bleibt dahingestellt. Befürchtungen, dass sie mit der Zeit auf der Strecke bleiben, sind durchaus berechtigt. Schade, dass dies vom Gesetzgeber nicht so gesehen wird. Schon aus so manchem kleinen Verein sind hochkarätige Sportler hervorgegangen. Wenn die Finanzbuchführung und die Steuererklärung eines Vereins aufwendiger und schwieriger wird, wie die eines gewerblichen Betriebes, hört der Spaß auf. Und Vereinsarbeit sollte eigentlich Spaß machen, sonst könnte man ja seine Freizeit sinnvoller verbringen, als sein Engagement dafür aufzuwenden, anderen Menschen Sport und Bewegung, genauso wie alle anderen Freizeitaktivitäten nahe zu bringen. Zumal es auch nicht so ist, dass Ehrenamt mit Dank und Lob überhäuft wird.

Da frage ich mich schon: "Braucht der Staat das Steuergeld wirklich so dringend und für was wird es verwendet?" Wird er es dafür verwenden, Sport-und Freizeitangebote mit hauptberuflichen, gut bezahlten Akteuren zu schaffen?" Eher nicht! Wenn Vereine unwiderbringlich weg sind, fürchte ich. verschwindet auch ein Stück weit die Lebensqualität der Menschen in den Dörfern. Genauso wie wenn Dorfgasthäuser und Dorfläden für immer verloren gehen.

Die örtlichen und regionalen Vereine beleben ihre Gemeinden