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Hat Günther Jauch seinen Schalk vom Urahnen abgeboren?

Bayern, Heimat, Tradition, Brauchtum - gestern, heute, morgen

Der Vorfahre des berühmten Quizmasters war ein Schlitzohr

Reisen
Das Relief von Peter Franz Weißenbach erinnert an die Geschichte des Palastgartens

Voller Erwartungen auf die Dinge, die auf uns zukommen sollten, starteten wir - also mein Mann Xaver und ich - am vergangenen Dienstag, 17. Oktober unsere Reise für Romantiker. Auf der MS Heidelberg schipperten wir 8 Tage auf Mosel, Rhein und Main, bis wir schließlich in Frankfurt ankamen.

Dem schloßen sich natürlich Landausflüge an, denn an den schönen, geschichtsträchtigen Städten mit all ihren markanten Sehenswürdigkeiten wollten wir keinesfalls vorbeifahren. Rückwirkend gesehen wäre dies unverzeihlich gewesen, denn wir konnten Dank kundiger Guides allerhand sehen und erfahren.

 

 

 

 

 

 

Schon am ersten Tag erinnerte ich mich an den Erdkundeunterricht meines Lehrers Manfred Bacher, in diesem schon mal der Name der Römerstadt Trier fiel.

Doch die Neugier auf Zahlen, Daten und Fakten rund um die Landshauptstadt Saarbrückens zügelte zunächst eine Tafel an der alten Stadtmauer im Trierer Palastgarten.

Aus testamentarisch verfügten Krematorium entstand ein Volksgarten

Reiseführer Alfons Zimmer erzählte uns den geschichtlichen Hintergrund des Reliefs, das einen schelmisch dreinschauenden Mann darstellt. Es spiegelt die Persönlichkeit von Peter Franz Weißebach (1860-1925) wider, dem Trier viel zu verdanken hat, was man posthum auch gewürdigt hat. Der erfolgreiche Kaufmann und Mitbesitzer des Weingutes Kanzemer Berg verfügte über ein beträchtliches Vermögen. Seine finanzielle Situation erlaubte es ihm, sich schon bald aus dem Geschäftsleben zurückzuziehen und sich den schönen Seiten des Lebens zu widmen. Seit langem reifte in ihm der Plan nach einem Volksgarten. Doch die Stadtväter, die damals das Sagen hatten, hielten seinerzeit noch nicht viel davon, abgesehen davon dass sie sich einen derartigen Luxus nicht leisten konnten oder wollten.

Listig wie er war, wollte Franz Weißebach seiner Heimatstadt nach seinem Tod ein Schnippchen schlagen. Er setzte Trier testamentarisch zu seiner Erbin ein, jedoch mit der Auflage, dass diese mit dem Geld ein Krematorium auf dem Stadtfriedhof bauen solle. Das kam natürlich überhaupt nicht in Frage, zumal Trier damals erzkatholisch war. Heute würde man ein solches Ansinnen als absolutes No go bezeichnen. Doch für diesen einkalkulierten Fall hatte Weißebach eine Klausel verankert. Wenn die Trierer Stadtverordneten-Versammlung den Bau des Krematoriums für fünf Jahre jeweils ablehnt, konnten die Mittel für einen Volkspark verwendet werden. So kam es dann auch. Das der Stadt zugedachte Vermögen wurde für den Bau des Palastgarten verwendet werden, der vormals als Exerzierplatz diente. Sicher hat der Gönner und Stifter  auf Wolke 7 gesessen und mit Wohlwollen vom Himmel oben zugeschaut, wie gerne und zahlreich der Park genutzt wird. Er lässt bis heute die Bevölkerung an seinem Reichtum teilhaben, was man leider heutzutage vermisst.

Abschließend seiner Ausführungen erwähnte der Reiseführer Alfons Zimmer so beiläufig, dass Franz Weißebach ein Ur-Urgroßonkel des beliebten und bekannten Fernsehmoderators Günther Jauch ist. Dieser hat vor ein paar Jahren das Weingut Othegraven seiner Ahnen in Kanzem zurückerworben, an das er schöne Erinnerungen an seine Kindheit knüpft. Den Schalk hat er sich wahrscheinlich von seinem berühmten Trierer Vorfahren ,,abgeboren", wie meine Enkelin Emelie immer zu sagen pflegt, wenn sie von ihrem Papa auf ihre vermeintlichen Eigenwilligkeiten hingewiesen wird. Sie kontert dann immer: Das habe ich mir nur von dir abgeboren.

So ist das mit den Genen, sie können sogar mehrere Generationen später wieder auftauchen, egal ob positiv oder negativ.