Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, wie Udo Jürgens sang

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Nicht das Alter ist ein Problem, sondern die Einstellung

Senioren
Das Alter ist keine Frage der Jahre, sondern der Einstellung

Mach dich nicht älter als du bist, das ist eigentlich ein warnender Hinweis, der die Jugend betrifft, wenn es um Aktivitäten geht, bei denen Volljährigkeit vorgeschrieben ist. Mit zunehmenden Alter wird er eher zur Empfehlung, denn die Jugend vergeht viel zu schnell und bis man sich versieht, kommt man in die Seniorenjahre. 

Heutzutage können die Menschen darauf hoffen, 100 Jahre und mehr zu werden. Lebten im Jahr 2000 immerhin schon 5937 Hundertjährige in Deutschland, so erfreuten sich zehn Jahre später bereits 13198 Jubilare im selben Alter ihres Lebens. Wichtig dabei ist allerdings, wieviel einem davon an Qualität geblieben ist. Erfreulicherweise gibt es inzwischen viele agile Senioren, die viel dafür tun, um ihr Leben genießen zu können. Schließlich befindet man sich, wenn man die Prognosen der hohen Lebenserwartung für bare Münze nimmt, mit 65 - 70 Jahren in voller Blüte.

Ein Privileg des Alters ist, frei zu sein von allen Zwängen

Ein Paradebeispiel eines solchen Exemplares habe ich kürzlich im Fernsehen gesehen. Günther Krabbenhöft heißt der knapp über 70-jährige, der 50 Jahre als Koch gearbeitet hat, verheiratet war, Vater einer Tochter und Großvater zweier Enkel ist.

Er genießt seine neugewonnene Freiheit als Rentner, indem er alles tut, wozu er Lust hat. Ein eindeutiges Privileg des Alters, wenn man alles darf und kann aber nichts muss. So pflegt er zum Beispiel sein Faible für bunte, aber coole Klamotten. Hut und Fliege sind sein Markenzeichen. Er ist sehr darauf bedacht, sich zu pflegen und schick auszusehen. Menschen mit Jogginghosen haben seiner Meinung nach die Kontrolle über ihr Leben verloren. Der smarte Berliner geht gerne tanzen und ins Fitnessstudio. Was ihn absolut von Gleichaltrigen abhebt: Er verkehrt in der Techno-Szene und mag Partys. Feiern mit jungen Menschen macht ihn jung und fröhlich. Als Modell ist der flotte Opa sehr begehrt. Was das tolle an ihm ist, dass er sich nicht verbiegen lässt. Er schert sich einen Dreck darum, was andere von ihm sagen oder halten. Selbst wenn er des Öfteren als schräger Vogel belächelt wird, so ist doch die Anzahl derer, die ihn dafür bewundern, erheblich größer. Er schadet mit seiner Einstellung keinem, im Gegenteil, er ermutigt andere Senioren, sich aus dem Klischee-Hamsterrad zu befreien und endlich das zu tun, zu was man Lust hat und nicht, was von anderen erwartet wird. Dennoch hat er nie den Blick für die Befindlichkeiten anderer Leute verloren. Es wird berichtet, dass er mehrere Jahre in der Sterbebegleitung Aidskranker gearbeitet hat. 

 

Mich persönlich hat der Fernsehbeitrag zum Nachdenken gebracht. Mir wurde bewusst, dass man nur das eine Leben hat und es nie zu spät ist, seine Träume zu verwirklichen. Dabei ist mir folgender Spruch von Cicero eingefallen: Nicht das Alter ist das Problem, sondern die Einstellung. 

 

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