Damals

Damals · 23. Mai 2020
Kinder sind begeisterte Beerenpflücker. Gerne nutzen sie die Gelegenheit auf den Erdbeerfeldern die süßen Früchtchen ausgiebig zu verkosten. Wenn es aber zur Pflicht wird, wie bei mir früher beim Blaubeeren und Himbeeren pflücken. dann ist der Enthusiasmus bald verflogen. Am besten schmecken sie von der Hand in den Mund oder wenn es verboten ist.
Damals · 15. März 2020
Babypuppe "Hildegard" löste meinen "Franzi aus Amerika" ab, den mir eine Tante aus einen fernen Land schickte. Sein Kopf, die Arme und Beine waren aus Porzellan und sein Körper aus ausgestopften Stoff. Weil er wegen seiner Pappendeckelzähne keine Orange essen konnte, hatte er es sich mit mir verscherzt.
Damals · 24. Februar 2020
Wer früher arm war und es im Winter warm haben wollte, musste in der Nachkriegszeit, in der ich 1948 hineingeboren wurde, das Brennholz selbst im Wald sammeln. Meine Mutter hat das viele Jahre gemacht. Sie hat es mit ihrem Leiterwagen heimgezogen, gespaltet, aufgerichtet und es portionsweise in die Küche getragen. Ihr habe ich es zu verdanken, dass ich nie frieren musste.
Damals · 24. März 2019
In der Herstellung von Holzschuhen sah mein kriegsversehrter Onkel Luck die einzige Möglichkeit, sich als gelernter Zimmerer den Lebensunterhalt zu sichern. Seine Schwester, meine Mutter, half ihm dabei, in dem sie ihm zuarbeitete. Dieser Handwerksberuf dürfte inzwischen ausgestorben sein. Vielleicht werden Holzschuhe noch maschinell hergestellt, aber in dieser Form nicht mehr.
Damals · 13. März 2019
Dialekt kann manchmal für ganz schön Verwirrung und Verirrung sorgen. Als der Pfarrer zu Schulbeginn fragte, ob jemand etwas über die Bibel weiß, habe ich ihm zur allgemeinen Belustigung das Lied vom "Bibe-Hendal" vorgesungen. Ich habe mich danach lange nicht mehr im Unterricht zu Wort gemeldet
Damals · 26. Februar 2019
Als Kind fand ich es, wie meine Freunde, lustig, eine vermeintliche Hexe, die in einem Bauernhof eingesperrt war, zu hänseln. Sie wurde durch ein persönliches Schicksal irrsinnig. Die Vorgeschichte der Nazis, wie man mit geistig Behinderten umging, war nach dem Krieg in den Köpfen noch fest verankert.
Damals · 19. Februar 2019
Die Straßer-Kinder aus Koblberg hatten Anfang des 20. Jahrhunderts einen weiten Weg zur Schule in Rieden Gemeinde Soyen bei Wasserburg am Inn zurückzulegen , der rund acht Kilometer durch Wald und Flur führte. Die Straßen damals waren noch nicht so ausgebaut wie heute.
Damals · 06. Februar 2019
Ein Kettenkarussell auf einem Bauernhof war gegen Mitte des 20. Jahrhundert eine absolute Attraktion, die allerdings allgemein als Spinnerei abgetan wurde. Für einen Bauer zwischen Wasserburg am Inn und Rosenheim war es als lukrative Einnahme neben der Landwirtschaft gedacht. Genauso wie spekulative Investitionen in die aufstrebende Baubranche. Er verlor dadurch alles.
Damals · 30. Dezember 2018
Arne war ein stiller Junge, der von 1954 bis 1961 mit mir die Volksschule Zaisering besuchte. Eines Tages spielte er vor der gesamten Klasse ein selbst inszeniertes Kasperltheater vor und bewies damit, welches Talent in ihm steckt. Ein paar Tage später verstarb er und wir vermissten den bisher unbeachteten Schüler.
Damals · 14. Dezember 2018
Manche Schüler/innen hinterlassen Spuren - sei es positiv als auch negativ. Schosei und Emma, die in der Volksschule Zaisering ihren Bildungsweg begannen, hinterließen beides. Schosei war blitzgescheit, wollte aber von Mädchen noch nichts wissen. Für Emma war er der Superheld. Sie wollte ihn unbedingt heiraten.

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